Um Ihnen unser Gemeindeleben aktuell anzuzeigen werden wir hier jeweils das Neuste berichten.

 

 

Corona und die Autobahn des Lebens

 

Anfang dieses Jahres hörten wir zum ersten Mal etwas von einem Virus in China, der später den Namen Corona erhielt. Damals ahnten wohl nur wenige Fachleute, was daraus werden könnte und schließlich auch wurde: eine weltweite Pandemie.
Was folgte, war dann im Frühjahr eine Infektionswelle mit Lockdown, Masken-pflicht und all den bekannten Maßnahmen. Leider gab und gibt es auch viele stär-ker Erkrankte und Verstorbene zu beklagen.
Ich persönlich habe diese Zeit bis jetzt gut überstanden, und obwohl mich das Thema sehr beschäftigt, hatte ich eigentlich nie das Gefühl, dass ich mich wirklich einschränken musste. Ok, einige geplante Wochenendfahrradtouren sind ausgefal-len, aber das kann ich leicht verkraften. Im Kollegen- und Bekanntenkreis habe ich aber schon einige Diskussionen und Klagen wahrgenommen: meist ging es um Sachen wie stornierte Flugreisen und Kreuz-fahrten. Manch ältere Person, die die Nachkriegszeit miterlebt hat, würde jetzt wahrscheinlich denken oder sagen: „Naja, wenn die sonst keine Probleme haben, ist ja alles gut. Unsere Generation hat schon ganz andere Dinge ertragen müssen …“.
An dieser Stelle komme ich zu dem Vergleich des Lebens mit einer Autobahn: mit der Autobahn des Lebens. Eigentlich ist die Autobahn doch eine gute Sache: alle fahren auf der rechten Spur und wenn einer mal nur etwas langsamer fahren kann oder will, können die anderen ihn überholen und dann wieder einscheren. Doch was ist daraus geworden? Ich habe das Gefühl, dass fast alle versuchen, auf der Überholspur zu fahren, obwohl die rechte Spur frei ist. Warum? Weil ich, wenn ich einmal wieder nach rechts einschere, nicht wieder auf die linke Spur komme; es lässt mich keiner wieder rein.
Ist die Autobahn nicht ein bisschen wie unser Leben? Auch hier versucht jeder, auf der Überholspur des Lebens zu fahren. Die auf der rechten Spur werden gar nicht mehr beachtet, obwohl gerade dort die Menschen fahren, die in der jetzigen Zeit alles am Laufen halten: Die Ärzte, die Pfleger, die Menschen im Supermarkt und in der Landwirtschaft, die LKW-Fahrer, die Erzieher im Kindergarten, die Altenpfleger usw..
Durch Corona wurde nun plötzlich vieles eingeschränkt, es wurde quasi ein allge-meines Überholverbot erlassen: Keine Flugreisen und Kreuzfahrten mehr, keine Kultur mehr, kein Kino- und Restaurantbesuch mehr und leider auch keine Gottes-dienste in der Kirche mehr. Es musste alles unterlassen werden, was zu weiteren Infektionen führen könnte, obwohl die Menschen üblicherweise gerade in solchen Krisen gerne etwas enger zusammenrücken würden. Angesagt ist derzeit die soziale Nähe aber mit räumlichen Abstand. Nicht gerade einfach …
Manch einer schert nun also wieder zwangsläufig auf die rechte Spur ein und stellt fest, dass er dort fast genauso schnell voran kommt, aber viel entspannter: mal ein Urlaub in Deutschland ohne Flughafenstress, und an einem Sonntagnachmittag geht es mal wieder ins Barneführer Holz, mit Picknickkorb und Thermoskanne. Das nennt man heutzutage wohl „Entschleunigung“.
Leider gibt es für viele Menschen auch weitreichendere Folgen als den geplatzten Urlaub. Viele Menschen haben sich plötzlich und völlig überraschend in Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit wiedergefunden. Die Gastronomie, die Veranstaltungsbranche und einige andere Wirtschaftszweige liegen am Boden und auch z.B. die Meyer-Werft in Papenburg, bis vor Kurzem noch eine florierende Werft, hat plötzlich mas-sive wirtschaftliche Probleme.
Kann es sein, dass genau die Wirtschaftszweige jetzt die massiven Probleme haben, die fast nur für die Menschen auf der Überholspur gewirtschaftet oder produziert haben, während es viele Wirtschaftszweige, die eigentlich die Dinge des täglichen Lebens produzieren müssten, in Deutschland gar nicht mehr gibt?
Diese Dinge waren immer wie selbstverständlich vorhanden, wurden gar nicht mehr wahrgenommen, wurden einfach importiert, weil es ja auch viel billiger ist.


Einerseits bauen wir die tollsten Autos und Kreuzfahrtschiffe für die ganze Welt, andererseits haben wir in so einer Krise nicht einmal die simpelsten Dinge wie eine Mund-Nase-Bedeckung in ausreichender Anzahl bevorratet. Vielleicht sollte auch hier mal ein Umdenken stattfinden…
Ich komme zurück zur Autobahn des Lebens und frage mich, was ist denn eigentlich das Ziel des Lebens? Hier fällt mir ein schönes Sprichwort ein, das sicherlich jeder schon einmal gehört hat: „Der Weg ist das Ziel“. Fest steht aber auch, dass jeder Weg, also auch das Leben, mal zu Ende geht.


Auf der Autobahn überholt man, um schneller ans Ziel zu kommen, aber was ist eigentlich das Ziel der Menschen auf der Überholspur der Autobahn des Lebens?

Gerriet Suhrkamp

 

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Seien wir neu und erfinderisch von Grund aus. Dichten wir das Leben täglich um. (Hugo Ball)


Für Euch, liebe Konfirmierte, waren Pastor Menzel und der Gemeindekirchenrat „erfinderisch“. Neu war die Umsetzung und Anzahl Eurer diesjährigen Konfirmationen, auf die Ihr lange warten musstet. Viele positive Rückmeldungen haben wir bekommen, dass es trotz der Einschränkungen festlich und feierlich war. Das freut uns sehr.
Wir hoffen, Ihr hattet alle einen super Tag und wünschen Euch alles Gute und Gottes Segen in dieser schwierigen Zeit.


Antje Toth (Kirchenvorstand

 

Spuren im Sand

 

Liebe Konfirmierte,

 

im Namen des Gemeindekirchenrates gratuliere ich ganz herzlich.
Viele liebe und gutgemeinte Worte werdet Ihr heute noch hören. Auch ich habe mir Gedanken gemacht und etwas von Margaret Fishback Powers gefunden. Frei nach dem Gedicht „Spuren im Sand“ sollen Euch diese Worte Mut für Euren weiteren Lebensweg machen:
„Ein Mensch geht mit Gott am Strand entlang und bespricht mit ihm sein Leben.
Am großen, weiten Horizont über dem Meer ziehen in großen Bildern Szenen aus sei-nem Leben vorüber – aus guten und schlechten Zeiten. Als er sich umblickt, sieht der Mensch hinter sich Spuren im Sand,und ihm fällt auf, dass manchmal nur eine Spur im Sand zu sehen ist, und zwar immer dann, wenn es ihm besonders schlecht und elend ergangen ist.
Da spricht der Mensch zu Gott: „Obwohl wir doch immer zusammen gegangen sind,
ist nur eine Spur zu sehen, wenn es mir besonders schlecht ging. Herr, warum warst du immer dann, wenn ich dich am nötigsten brauchte, nicht bei mir?"
Gott antwortete ihm:
„ Wo du nur eine Spur siehst, - als es dir besonders schlecht gegangen ist -, das war da, als ich dich getragen habe.“
Ich wünsche Euch von Herzen viel Glück und Gottes Segen.
Lasst Euch durch Gottes Kraft tragen!
Ich wünsche Euch, dass Ihr im Leben alle Probleme meistert und auch in schwierigen Situationen Euer Vertrauen und Eure Zuversicht nicht verliert.

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