Die Familie Schreber von Schreeb
Noch heute beheimatet die Kirche einige Relikte, die an die Familie Schreber erinnern: Das Abendmahlsbild im Chor, das Epitaph im Kirchenschiff und das Sandsteinrelief am Südportal. Der bedeutende Einfluss, den diese Familie auf Hatten ausübte, begann mit Christian Friedrich Schreber, der 1643 in Sachsen geboren wird. Als Musterungsschreiber und Notarius gelangt er 1667 mit seiner Ehefrau, Catharina Gülckin, nach Oldenburg. Sie sollten in ihrer Ehe sechs Kinder bekommen, von denen jedoch nur ihr Sohn Traugott überlebt. Im Jahr 1677 scheidet Schreber aus dem Militärdienst aus und wird daraufhin Amtsvogt im oldenburgischen Apen.
1681 ernennt ihn König Christian V. von Dänemark, der damalige Landesherr der Grafschaft Oldenburg, zum Amtsvogt von Hatten, wo die Familie von nun an beheimatet ist. Im Alter von 53 Jahren überträgt Christian Friedrich 1696 die Stelle des Amtsvogtes auf seinen Sohn. Er selbst wird nur wenige Jahre später mit einem neuen Amt betraut und wird dänischer Konsistorialrat. Nach einem arbeitsreichen Lebensabend in schlechtem Gesundheitszustand verstirbt Christian Friedrich Schreber 1711 an den Folgen der Wassersucht. Er wird zunächst in der Kirche bestattet, nach demTod seiner Ehefrau jedoch in das Familiengrab auf dem Kirchhof umgebettet. Neben dem Abendmahlsbild im Chor und dem Epitaph im Kirchenschiff stiftete das Ehepaar 1699 außerdem das Abendmahlsgeschirr, das noch heute in Gebrauch ist.

Stifterportaits Schreber
Der 1671 geborene Traugott Schreber, studierter Jurist und nachfolgender Amtsvogt von Hatten und Wardenburg, lässt sich und seine Frau Adelheid von Bobarts 1713 in der Hatter Kirche trauen. Wohl aus demselben Jahr stammt auch der Engel, der ehemals bei Taufen genutzt wurde und sich heute in der Garnisonkirche in Oldenburg befindet.
Ob Traugott Schreber auch für die Gestaltung des Sandsteinreliefs verantwortlich ist, das sich über dem Südportal befindet, lässt sich nicht genau sagen. Zwar ist es naheliegend, dass er es noch in seinem Todesjahr in Auftrag gab, doch könnte auch seine Witwe die Stiftung zum Andenken an ihren Mann veranlasst haben. Zwei Jahre vor Traugotts Tod kommt Eberhard Schreber als jüngster Sohn der Familie zur Welt. Nach seinem Jurastudium unternimmt er eine Reise nach Kopenhagen, wo er 1741 zum stimmberechtigten Kanzlei- und Regierungsrat in Oldenburg ernannt wird. Im Begriff, sein Studium fortzusetzen und sein Wissen zu erweitern, geht er noch einmal an die Universität in Halle. Doch bald darauf stirbt seine Mutter, sodass er Anfang des Jahres 1742 nach Hatten zu-
rückkehren muss. Noch im selben Jahr lernt er in Peine die Kaufmannstochter Sophie Schultz kennen, die er wenige Monate später heiratet. Den Hauptwohnsitz hat das Ehepaar in Oldenburg, doch nach der Fertigstellung ihres Kirchhatter Landsitzes, hält sich die Familie besonders im Sommer oft und gerne dort auf. Eberhard Schreber bekommt für seine Arbeit offenbar viel Anerkennung, denn er wird zum oldenburgisch-dänischen Justizrat und einige Jahre später zum Sekretär des dänischen Statthalters ernannt. Ein ganz besonderes Jahr wird dann 1755 für ihn und seine Familie, denn König Friedrich V. von Dänemark verleiht ihm den erblichen Adelstitel von Schreeb. Seither wurde der Kirchstuhl in Hatten, den Eberhard sich und seiner Familie im Chor hat bauen lassen, von
dem stolzen hölzernen Wappenschild geschmückt, das heute unter der Nordempore angebracht ist.
Vanitasdarstellung am Südportal
Christian Friedrich, Traugott und Eberhard sind wohl als die drei wichtigsten Vertreter der Familie Schreber anzusehen, die durch Stellung und Vermögen Einfluss auf die Hatter Kirche nahmen. Sie fanden ihre letzte Ruhe in der Familiengruft auf dem Kirchhof. Noch immer besteht ein Zweig der Familie fort, dessen Mitglieder heute in Schweden leben.6
