Vasa sacra und andere historische Gegenstände
Die Kirchengemeinde gebraucht noch heute Stücke ihrer historischen Vasa sacra dem liturgischen Gerät für den Gottesdienst. Vor nunmehr 300 Jahren stiftete das Ehepaar Schreber ein Abendmahlsgeschirr, bestehend aus Kelch und Patene, die folgende Gravur tragen:
CHRISTAN FRIEDRICH SCHREBER COMMISSARIUS · CATHARINA SCHREBERIN GEBORENE GÜLCKIN · 1699.
Der Kelch ist in zurückhaltender Ornamentik ausgeführt, doch auf seinem runden Fuß ist ein kleines Kruzifix angebracht.
Die beiden großen Glocken im Turm wurden 1504 von Meister Johannes Frese aus Osnabrück gegossen. Die größere der beiden Glocken, die einen Durchmesser von 1,12 m hat, umläuft der Spruch:
+ maria + mater + gratie + mater + misericordie + tu + nos + ab + hoste + protege + in + hora + mortis + suscipe + anno + dni + m + ccccc · IIII.
Übersetzt lautet die Inschrift: Maria, Mutter der Gnade, Mutter der Barmherzigkeit, du beschütze uns vor dem Feind in der Todesstunde nimm uns auf. Im Jahre des Herrn 1504.
Auf der kleineren Glocke, mit 1 m Durchmesser, befinden sich die Worte :
+ anscharius + bin + ick + genannt + god + de + herr + will + anhoeren + minen + clank + m + ccccc + IIII + secundus martir.
(Ansgarius bin ich genannt, Gott der Herr will (an)hören meinen Klang + 1504 + Märtyrer Secundus.)
Während der Kriege entgingen die Glocken der Einschmelzung, obwohl sich im ZweitenWeltkrieg eine von ihnen bereits auf dem Weg dorthin befand. Somit ist die St.-Ansgari-Kirche noch immer im Besitz zweier mittelalterlicher Glocken. Eine neue, kleine Glocke ergänzt das Geläut seit 1993 und hoch oben am Dach des Turmes gibt eine vierte über den Uhrschlag die Zeit an.
Nicht nur die Kirchenglocken haben mehrere Jahrhunderte überdauert. Die Gemeinde verfügt auch über alle Kirchenbücher seit 1634. Im Jahr 1923 erhielt die Kirchengemeinde ein Geschenk der Witwe des Geheimen Oberkirchenrates Hansen eine Bibel, in die sich 1859 bedeutende Personen wie beispielsweise der Großherzog von Oldenburg eintrugen.
Lange Zeit war in der Kirche auch ein Taufengel, eine barocke Form des Taufbeckens, vorhanden. Die Puttenfigur hielt eine Messingschale in Händen und konnte an einer Kette von der Decke heruntergelassen werden. Somit waren Taufengel eine platzsparende Alternative in den Kirchenräumen des 17. und 18. Jahrhunderts, die meist durch eingebaute Emporen eng verstellt waren. Nachdem sie Mitte des 19. Jahrhunderts an Beliebtheit verloren, sind diese Ausstattungstücke weitestgehend aus den Kirchen verschwunden. Der Hatter Taufengel wurde vermutlich Anfang des 18. Jahrhunderts von Traugott Schreber gestiftet. 1960 wurde die beschädigte Figur von einer Privatperson erworben und gelangte so in die Oldenburger Garnisonkirche,wo sie zunächst einige Jahre auf dem Dachboden verbrachte. Seit 1987 erfüllt der nun restaurierte Taufengel in der Garnisonkirche wieder den Dienst, für den er bestimmt war.
