Legenden


Bis heute rankt sich um die Hatter Kirche die Legende, sie sei als Sühnekirche für ein Verbrechen erbaut worden. Als Graf Christian II.  von Oldenburg 1192 von einer Wallfahrt bzw. von einem Kreuzzug heimkehrte und auf dem Weg zu seiner bei Hatten gelegenen Burg war, ließ ihn sein Bruder Moritz bei Bergedorf nahe Ganderkesee ermorden. Als Täter werden in der Rasteder Chronik Ritter aus Hatten, Sannum und Döhlen genannt, die man daraufhin hinrichtete, sofern sie nicht entkommen sind. Doch die Überlieferungen sind keineswegs eindeutig und manchmal widersprüchlich. So wird in der Rasteder Chronik keine mit dem Mord in  Verbindung stehende Kirchenstiftung erwähnt. Bekannt ist jedoch, dass direkt in Bergedorf ein Nonnenkloster errichtet wurde, das bald darauf Zisterziensermönche übernahmen. 1232 wurde das Kloster dann nach Hude verlegt. Das von Graf Moritz gestiftete Kloster in Bergedorf, das jedoch nicht mehr erhalten ist, erscheint als Sühnezeichen weitaus plausibler als eine Stiftung in Kirchhatten – nicht zuletzt, da es sich am Ort des Geschehens befand. Somit sind die Zusammenhänge zwischen der Kirche in Hatten und dem Mord an Graf Christian äußerst zweifelhaft. Nichtsdestotrotz ist und bleibt die Legende von St. Ansgari zu Hatten als Sühnekirche für einen Grafenmord eine gern erzählte Kriminalgeschichte.

 


Eine andere Geschichte rankt sich um die Tatsache, dass im 17. Jahrhundert der Dingsteder Erbkrug in der Nachbarschaft Kirchhattens in den Besitz des Kirchhatter Pastors Johann Heshusius gelangte. Laut dieser Überlieferung verschwieg der Geistliche die Geburt des unehelichen Sohnes Graf Anton Günthers, der in Hatten geboren sein soll und später den Namen Anton von Aldenburg führte. Aus Dankbarkeit für seine Verschwiegenheit soll Heshusius das Gasthaus als Geschenk erhalten haben, das er nach einem Jahr jedoch wieder verkaufte.

 


Eine weitere Sage erzählt von einer dritten Glocke im Hatter Kirchturm. Da diese nicht getauft war, soll sie der Teufel in einen Teich bei Klattenhof geworfen haben. Und wenn sie hört, wie die zwei verbliebenen Glocken läuten, so läutet auch sie.5

 


Es sind Geschichten, die den Charakter der Kirche mitgeprägt haben und zugleich einen Teil ihres Zaubers ausmachen. Da spielt es keine Rolle, ob sie wahr sind oder nicht.

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